Willkommen zur sechsten Woche, die sich mit den Kinderrechten und dem Zugang zur Justiz befasst.
Diese Woche knüpft natürlich an die Inhalte der Einführungswoche sowie der Woche zum Thema Schutz an. Vor welchen grossen Herausforderungen steht die Schweiz bei der Anpassung ihres Justizsystems an die Bedürfnisse und Rechte von Kindern?
Diese Woche werden wir uns mit dieser Frage befassen und uns zunächst mit der Integration der Kinderrechte in die Strafjustiz beschäftigen, wobei wir uns auf internationale Normen wie die Pekinger Regeln und die Riad-Leitlinien stützen werden. Anschliessend analysieren wir, wie diese Normen in der Schweiz umgesetzt werden, und untersuchen aktuelle Statistiken zur Jugendkriminalität, d. h. zu Kindern, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Parallel dazu befassen wir uns mit alternativen Ansätzen zur sogenannten traditionellen Justiz wie der Restaurativen Justiz und der strafrechtlichen Mediation und untersuchen deren Relevanz aus neurowissenschaftlicher Sicht.
Im zweiten Teil der Woche werden wir uns mit der Stellung des Kindes in Zivilverfahren befassen und uns dabei auf seine Bedürfnisse und das übergeordnete Kindesinteresse konzentrieren, insbesondere wenn es aus einer LGBTQ-Familie stammt oder von einer Trennung oder Scheidung der Eltern betroffen ist. Schliesslich werden wir die Anhörung des Kindes und die Vertretung des Kindes in Gerichts- und Verwaltungsverfahren diskutieren. Dies sind zwei wesentliche Aspekte, um sicherzustellen, dass Kinder gehört und als vollwertige Akteure in diesen Prozessen berücksichtigt werden. Ich freue mich sehr darauf, Ihnen diese Woche engagierte Experten vorzustellen, die eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung dieser Themen gespielt haben. Freuen Sie sich auf spannende Diskussionen, die, da bin ich mir sicher, zum Nachdenken anregen und inspirieren werden.
Philip D. Jaffé
Mitglied des UN-Ausschusses für die Rechte des Kindes
Hauptdozent für childrights-mooc.ch